Sojafette

Sojafette werden aus der Sojabohne gewonnen. Zwar finden Sie hauptsächlich als Nahrungsfette Verwendung, jedoch werden sie seit einigen Jahren auch in anderen Bereichen genutzt, zum Beispiel zur Herstellung von Biodiesel – oder von Seife.

Man erhält Sojaöl durch Pressen oder Extrahieren. Um das Öl zu extrahieren, werden die Bohnen zunächst geschrotet. Anschließend werden sie in ihrem Wassergehalt eingestellt und in Flocken gepresst. Nachdem das Öl dann mit Hilfe des Kohlenwasserstoffs Hexan extrahiert wurde, kann man es raffinieren und für unterschiedliche Anwendungen verblenden. Übrigens entspricht das gewonnene Öl etwa 19 Prozent des Trockengewichts der Bohnen.

Die genaue Farbe des Öls hängt vom Gewinnungsprozess ab. Wird es durch Auspressen gewonnen, ist es hellgelb. Öl, das extrahiert wurde, hat eine bräunlich-gelbe Farbe. Da Sojaöl einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Säuren besitzt, findet es vor allem im Ernährungsbereich Anwendung.

Aber wie andere Pflanzenöle setzt man auch Sojaöl für technische Anwendungen ein. Ob Sojamethylester (SME) oder Biodiesel, ob Spachtelmasse oder Anstrichfarbe, die Einsatzbereiche sind inzwischen vielfältig. Bei der Seifenherstellung setzt man das Öl ein, das es die Seife weich macht und einen äußerst pflegenden Effekt hat.

Kokosfette

Kokosfette gewinnt man aus der Kokosnuss – also aus der Frucht der Kokospalme. Diese ist für die Bewohner tropischer Küsten die Rohstoff- und Nahrungsquelle schlechthin. Von der Nussschale über das Fett bis hin zum Palmwedel – es gibt so gut wie keinen Teil der Palme, für den es keine nützliche Verwendung gibt. Deshalb wird die Kokospalme in ihren Heimatländern auch „Baum der tausend Möglichkeiten“ oder „Baum des Lebens“ genannt. Ursprünglich stammt die Kokospalme aus dem malaiischen Archipel. Dort wurde sie schon vor drei- bis viertausend Jahren angebaut.

Das Öl der Kokosnuss ist von weißer bis gelblicher Farbe und hat einen milden und frischen Geruch. Schon bei Raumtemperatur wird das Öl fest.  Auch eine leichte Kokosnote ist deutlich zu erkennen. Für die Gewinnung von Kokosöl wird das Fruchtfleisch der Kokosnuss – welches zu etwa 70 Prozent aus Fett besteht – zerkleinert, getrocknet und anschließend gepresst.  Nach der Gewinnung kann das Öl zu ungesättigten und gesättigten Fettalkoholsulfaten, Fettalkoholen und anderen Alkoholderivaten weiterverarbeitet werden.

Die Verwendungsmöglichkeiten für Kokosöl sind vielfältig. Unter anderem eignet es sich zur Herstellung von Kerzen und zu Seifen. Da Kokosöl ein hervorragender Schaumbildner ist und eine sehr gute Reinigungsleistung besitzt, setzt man es gerne zur Seifenproduktion ein. Außerdem hat das Öl einen hohen Anteil an Laurinsäure, wodurch es zu einem wichtigen Ausgangspunkt für Tenside wird.

Pottasche

Die Pottasche ist nichts anderes als Kaliumcarbonat – eine chemische Verbindung, die aus den Kaliumsalzen von Kohlensäure besteht. Schon vor Jahrhunderten setzte man sie in der Weihnachtsbäckerei ein, denn als Backtreibmittel hat sie eine ganz besondere Wirkung.

Pottasche sorgt nämlich dafür, dass auch sehr schwere Teige wie Brot- oder Lebkuchenteig aufgehen. Die Asche besitzt nämlich die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen und den Teig durch Säure aufzulockern – ein Effekt, der insbesondere bei Weihnachtsplätzchen und Lebkuchen sehr erwünscht ist.

Aber nicht nur zum Backen lässt sich die Pottasche verwenden, denn auch zur Herstellung von Seife eignet sie sich ideal. Mit Pottasche kann man nämlich Seife sieden. Hierzu kocht man einer verschiedene pflanzliche Fette mit der alkalischen Lösung. Das Ergebnis ist eine flüssige Seife (Schmierseife). Soll eine feste Seife hergestellt werden, wird zusätzlich Soda benötigt.

Titanweiß

Titanweiß (Titandioxid) ist ein weiß färbendes mineralisches Pigment. Es ist völlig ungiftig und wird häufig in Naturkosmetik-Produkten, in Zahncreme oder als Lebensmittelzusatzstoff verwendet. Seifen erhalten durch die Zugabe von Titandioxid eine leuchtend weiße Färbung.

Titanweiß ist ein sehr effektives Weißpigment mit einer starken Deckkraft. Entdeckt wurde es übrigens erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In den USA wird es seit 1909 produziert, in Deutschland seit dem Jahr 1924. Bei der Deklaration der Inhaltsstoffe von Seifen und Kosmetikartikeln (INCI) ist es unter der Bezeichnung C.I. 77891 zu finden.